Wie moderne Partizipation wirklich funktioniert

Digital oder nicht - die Wünsche des Bürgers sind entscheidend

70% der Deutschen wünschen sich mehr Mitsprache, nutzen aber bestehende Angebote kaum. Das Problem: Alibi-Dialoge statt echter Beteiligung.

Eine vereinzelte Bürger- oder Zukunftswerkstatt ist keine Bürgerbeteiligung sondern eine Bürgertäuschung, die außer einem guten Gefühl für den Moment und für Wenige nichts bietet.

Best Practices

  • Digitaltag 2025: 59% sehen in digitalen Tools mehr demokratische Teilhabe.

  • Heidelberg: Chatbots Hardi und Lumi bieten 24/7-Bürgerkontakt.

  • Freiburg: Geloster Klimabürgerrat, 48 konkrete Empfehlungen.

Vier Erfolgsprinzipien

  • Hybrid schlägt rein digital
    Online stärkt, ersetzt aber nicht das persönliche Gespräch.

  • Zufallsauswahl
    Geloste Bürgerräte repräsentieren besser als Selbstselektion.

  • Konkrete Projekte
    Bahnhofsvorplatz statt Weltrettung.

  • Verbindliche Umsetzung
    Öffentliche Berichte, welche Empfehlungen umgesetzt werden.

Parallele zum Beschwerdemanagement

Die besten Servicecenter lösen 80% der Fälle im Erstkontakt. Sie lassen den Kunden so Kontakt aufnehmen, wie er es will. Politik muss einen vergleichbaren Maßstab anlegen.

Doch statt wirklich Dienst am Bürger zu leisten wird der Bürger gemaßregelt, zur Kasse gebeten, im Stich gelassen und für dumm erklärt. Ein aktueller Trend ist der Ruf nach Digitalisierung: In Bergisch Gladbach beschlossen Rat und Verwaltung kürzlich, die Parkautomaten auf bargeldlose Zahlung umzustellen. Der Bürger wurde nicht befragt und ob er das kann und will, ist irrelevant.
Wundern Sie sich wirklich, daß er seine Stimme nicht bei Ihnen abgibt?

Schlussgedanke

Digitalisierung ist kein Selbstzweck und es ist auch keine Sparvariante, sondern Service-Upgrade für Demokratie.

Nächster Artikel der Serie:

Die Authentizitäts-Falle umgehen

Lesen Sie bitte auch meinen letzten Artikel:
Praktische Lösungen bringen das Vertrauen zurück